Ein Tag kann
alles
verändern
94 % aller Behinderungen entstehen mitten im Leben.
Millionen Menschen stolpern irgendwann über diese Schwelle – nicht mit Vorwarnung, sondern mit voller Wucht. So wie ich.
Vielleicht hast du selbst diese Erfahrung gemacht oder kennst Betroffene in deinem eigenen Umfeld.
Dann ist dieser Blog für dich.
Mit 29 Jahren hatte ich einen Schlaganfall – und lebe seitdem mit einer Schwerbehinderung. Ein Schicksalsschlag wie dieser ändert alles. Mit meinen Blogbeiträgen möchte ich dazu motivieren, die Situation anzunehmen und mutig den eigenen Weg zu gehen. Auch, wenn er voller Hindernisse ist. Und ich will andere für Inklusion sensibilisieren. Denn gerade in Zeiten, wo unsere demokratischen Grundwerte zunehmend unter Druck geraten, ist es wichtig, dass wir füreinander einstehen.
Warum ich lebe, worüber ich schreibe:
- Ich kenne beide Seiten – das Leben als „Gesunder“ und das Leben mit plötzlicher Behinderung
- Als politischer Referent weiß ich, wie wichtig Kommunikation ist
- Als Gesamtschwerbehindertenvertretung beim Presse- und Informationsamt der Bundesregierung bin ich nahe dran an den politischen Schaltstellen und kann Inklusion von innen heraus voranbringen
Es war ein harter und weiter Weg dorthin, wo ich heute bin.
Nie hätte ich mir nach dem Einschnitt vorstellen können, eines Tages verheiratet zu sein, Verantwortung für eine Familie zu übernehmen – und in meinem beruflichen Umfeld wirksam tätig sein zu können.
Mein Schlaganfall traf mich mit voller Wucht.
Ich hatte gerade mein Zweites Juristisches Staatsexamen bestanden und meinen ersten Job angetreten.
Plötzlich lag ich in der Stroke Unit. Halbseitig gelähmt, verzweifelt. Noch im Klinikbett erhielt ich die Kündigung meines damaligen Arbeitgebers. Ein BILD-Reporter kam in die Klinik, baute sein Stativ auf und rückte das Kissen hinter meinem Rücken zurecht. „Bleib genau so liegen“, sagte er zu mir, dem Gelähmten. „Diese Story bringen wir groß raus“.
Es klickte mehrmals. Der Reporter fluchte, als er seine schwere Ausrüstung wieder hinaustrug. Der Bericht erschien nie.
Kurz darauf rief ein befreundeter Anwalt an: „Wegen deiner Schwerbehinderung, da müssen wir klagen, Olaf. Das gewinnen wir! Dieses Unrecht schreit zum Himmel!“ Er legte eine Akte für meinen Arzthaftungsprozess an. Ich unterschrieb, obwohl ich kaum einen Stift halten konnte. Die renommierte Kanzlei schickte einen unerfahrenen Anwalt zum Gerichtstermin. Er wirkte nervös, sprach leise, blätterte viel. Ich verlor in der ersten Instanz. Es war, als würde ich ein zweites Mal niedergerungen. Noch vor ein paar Monaten war ich aus dem künstlichen Koma erwacht – dem Tod näher als dem Leben.
Ich nahm alle Kraft zusammen und ging in Berufung. Nach einer jahrelangen Auseinandersetzung konnte ich mit der gegnerischen Seite einen Vergleich schließen. „Ohne Anerkenntnis eines Fehlers“ bekam ich eine in Anbetracht der Schwere meiner Behinderung lächerlich geringe finanzielle Summe zugesprochen. Wenn ich diesen Rechtsstreit verloren hätte, wäre ich nicht nur gesundheitlich, sondern auch finanziell ruiniert gewesen. Gutachten, Kostenrechnungen und Anwaltsschreiben raubten mir meine letzte Energie und ich sah überall nur noch Hindernisse.
Damals habe ich schmerzlich lernen müssen:
Kein Gesetz und kein Geld der Welt können uns unser altes Leben zurückgeben.
Irgendwann verstand ich:
Nicht die Behinderung war mein größtes Problem – sondern der ständige innere und äußere Druck, mich immer wieder in Kämpfe treiben zu lassen, die ich nur verlieren konnte. Die Empörung der anderen würde mich nicht retten. Ich fing an, meinen eigenen Weg zu finden.
Mein Blog ist für dich, wenn…
Wenn du mitten im Leben stehst – mit Familie, Beruf, Verantwortung – und eine unerwartete Diagnose, eine gesundheitliche Einschränkung oder Behinderung dein Leben auf den Kopf stellt: Willkommen!
Wer hier liest:
- Menschen mit neu auftretender chronischer Erkrankung oder Behinderung
- Menschen, die ihren Platz im Leben und im Job plötzlich behaupten müssen
- Menschen, die sich fragen: Wie spreche ich über das, was jetzt anders ist?
Wer hier auch mitliest:
- Angehörige und andere privat indirekt Betroffene
- Führungskräfte und HR-Verantwortliche, die nach Orientierung im Umgang mit betroffenen Mitarbeitenden suchen
- Schwerbehindertenvertretungen, Inklusionsbeauftragte und Sozialdienste
- Mitarbeitende in Kliniken, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen
- Unternehmensberatungen und Coaches, die neue Perspektiven weitergeben
- Menschen, die beruflich mit Sprache und Krisensituationen arbeiten
- Verantwortliche aus Politik, Bildung und Gesellschaft, die Impulse für eine menschlichere Lebens- und Arbeitswelt suchen – und bereit sind, zuzuhören und dazuzulernen
Hier geht es nicht um…
❌ Rechte und Paragraphen
❌ Aktivismus
❌ Betroffenheitslyrik
❌ Empörungsrhetorik
Wir dürfen Inklusion nicht nur als Forderung verstehen – sondern auch als Einladung zum Mitgestalten.
Wenn wir die Verletzlichkeit anderer nicht nur verstehen, sondern fühlen, entsteht Verbindung. Das ist die Währung, aus der langfristig echte gesellschaftliche Veränderung entstehen kann.
Das Team hinter diesen Texten
Diese Beiträge und Inhalte entstehen im Team – auf Basis meiner Erlebnisse als Betroffener und in der Rolle der Gesamtschwerbehindertenvertretung in meinem beruflichen Umfeld. Bei der redaktionellen Umsetzung unterstützt mich meine Frau Katharina, eine erfahrene Copywriterin, die mit daran arbeitet, meine Themen in eine Form zu bringen, die noch mehr Menschen erreicht. Unsere Kombination: Gelebte Inklusion und die Kraft von Storytelling.
Darauf kannst du dich freuen:
Die Beiträge auf LinkedIn und in diesem Blog sind voller Einblicke und echter Erfahrungen aus diesen vier Bereichen:
✅ Mein Leben danach → Klick!
✅ Gesellschaft & Haltung → Klick!
✅ Arbeitswelt & Führen → Klick!
✅ Sprache & Kommunizieren → Klick!
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Was Blog-Besucher sagen
Inklusion ist meine Geschichte. Eines Tages fand ich den Mut, darüber zu schreiben. Mit einem ganz persönlichen Blick auf Brüche und Herausforderungen. Meine Blogbeiträge sind eine Einladung für alle, die Welt für einen Moment mit anderen Augen zu sehen.
Nicht mein Plan, aber mein Weg: Inklusion ist meine Geschichte. Im Leben, im Job und hier im Blog.
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