04 Arbeitswelt & Führen

Wie wir uns nicht an die Wand spielen lassen

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Wie wir uns nicht an die Wand spielen lassen

Ich rannte von links nach rechts, von vorne nach hinten. Mit dem neuesten Schläger in der Hand, das Stirnband saß perfekt.

Mein Badminton-Lehrer stand einfach nur da.

In seinen Jeans. Mit Bauchansatz. Ohne Warm-up. Und spielte mich locker aus.

Ich verlor. Haushoch.

Und verstand:

→ Nicht der Schnellste gewinnt

→ Nicht der, der alles gibt

Sondern der mit einem Plan. Der, der das Spiel versteht.

Inklusion ist auch so ein Game.

Im Berufsleben, in Führungsverantwortung, im Umgang mit Vielfalt und Veränderung in der Schwerbehindertenvertretung: Wir rennen gegen Wände – und geben manchmal erschöpft auf.

Ich weiß sehr gut, wie sich das anfühlt.

Seit meiner Gehbehinderung ist meine Welt eine andere. Ich rechne anders, plane anders, bewege mich langsamer.

Die Zeit ist mir dabei immer dicht auf den Fersen. Sie drängt. Sie rast und treibt mich an.

Wir „Langsameren“ müssen ein besonders feines Gespür dafür entwickeln, wann es sich lohnt zu springen – und wann es reicht, einfach am richtigen Punkt stehen zu bleiben.

Wie wir uns nicht an die Wand spielen lassen?

→ Indem wir aufhören, nur schneller sein zu wollen – und anfangen, unsere Erfahrung einzusetzen.

Früher bin ich über das Feld gehetzt, dem Spiel immer einen Schritt hinterher. Heute versuche ich eher zu agieren – als zu reagieren.

Ich stehe gerne da, wo der Ball hinkommt.

Oft reicht dann ein gut platzierter Drop, um das Spiel zu drehen.

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