Was ich damals gebraucht hätte
Was ich damals gebraucht hätte
Mit 29 Jahren fühlte ich mich wie ein Frührentner. Vormittags saß ich zuhause in Jogginghose am Küchentisch und trank Kaffee aus einem Becher, den ich dreimal fallen ließ.
Ich fragte mich: „Werde ich jemals wieder in einem Büro sitzen?“
Der Schlaganfall hatte mir nicht nur das Gleichgewicht geraubt, sondern auch das Selbstvertrauen. Als es mir besser ging und ich ernsthaft zurück in den Beruf wollte, fühlten sich die Hürden gigantisch an – die äußeren und die inneren.
Deshalb hat mich das inklusive Netzwerk iXNet der Bundesagentur für Arbeit beeindruckt. Hier kommen insbesondere arbeitssuchende Akademikerinnen und Akademiker mit attraktiven Arbeitgebern zusammen. Die Ziele: Hürden bei der Stellensuche und dem Bewerbungsverfahren abbauen und Karrierechancen aufzeigen.
Das wollte ich mir einmal selbst ansehen.
Als Schwerbehindertenvertretung im Bundespresseamt habe ich im November 2025 an einer der einstündigen digitalen Sessions teilgenommen. Dieses Mal war Microsoft Deutschland zu Gast und zeigte, dass Inklusion hier Teil der Innovationskultur ist:
„Nur, wenn viele Perspektiven sichtbar werden, entstehen Lösungen, die wirklich allen Menschen helfen.“
Eine Befürchtung konnte Microsoft Deutschland den Anwesenden nehmen: das Diversity-Management sowie Teilhabe und Inklusion werde für das Unternehmen auch künftig ein fundamentales Anliegen sein. Daran könne auch die Haltung der aktuellen US-Regierung nichts ändern.
Solche Formate wie iXNet hätte ich mir damals gewünscht. Wenn Türen sich öffnen können wir alle wieder einsteigen – in den Beruf, in den Alltag, ins gesellschaftliche Leben. Und ich? Bald sitze ich wieder in Jogginghose am Küchentisch. Aber aus einem schönen Grund:
Weil Wochenende ist.