04 Arbeitswelt & Führen

Die Flaschenpost für Führungskräfte

Alternativbild Die Flaschenpost für Führungskräfte

Die Flaschenpost für Führungskräfte

Ich erinnere mich an ein Meeting vor einiger Zeit. Entscheidungen mussten getroffen werden. Und dann fiel das Wort „Inklusion“. Man spürte sofort: Jetzt wird’s kompliziert.

Das klang nach noch mehr Arbeit auf ohnehin zu vollen Schreibtischen.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum das Thema so oft liegen bleibt:
weil wir Inklusion als Mammutaufgabe begreifen.
Etwas, das man „auch noch“ machen muss.

Der Politikwissenschaftler Dr. Martin Bartenberger schreibt in seinem neuen Buch „Was tun, wenn man nichts tun kann?“ über den philosophischen Pragmatismus – einen Ansatz, der lehrt, handlungsfähig zu bleiben, selbst in komplexen Zeiten.

Seine Quintessenz:

Es ist besser, etwas zu tun, als nichts zu tun.

Diese Botschaft ist wie eine „philosophische Flaschenpost“.

Sie klingt banal – ist aber revolutionär, wenn man sie zum Beispiel auf Inklusion im Führungsalltag überträgt. Viele warten auf „den richtigen Zeitpunkt“:
Wenn die Strukturen da sind. Wenn das Budget genehmigt ist. Wenn Zeit bleibt.

Der Haken: Dieser Moment kommt selten.

Inklusion lebt nicht von Perfektion, sondern von Pragmatismus.

Sie kann bei jeder Entscheidung, die man sowieso gerade trifft, mitgedacht werden.

↳ Wer fehlt gerade am Tisch?
↳ Wer kann sich wie einbringen?
↳ Wen lade ich gerade aus, vielleicht ohne es zu merken?

Echte Veränderung braucht Strukturen, Prozesse, Ressourcen – zweifellos.
Doch sie beginnt weit davor:

Mit einem Satz, der in eine Flaschenpost passt.

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