03 Worte & Kommunizieren

Meine neue Freundin Frida

Alternativbild Inklusion ist meine Geschichte: Meine neue Freundin Frida

Meine neue Freundin Frida

Nach meinem Schlaganfall mit 29 Jahren war alles weg: Meine Gesundheit – und meine Freundin. Also suchte ich mir eine Neue.

Ihr Name war Frida: Frida Kahlo.

Die Künstlerin wusste, wie es ist, wenn das Leben einen Plan macht – und der Körper einen anderen.

Eines Abends lag ich mit Frida im Bett.

Ich musste ihr nichts erklären. Sie war eine Expertin für das Gefühl, im eigenen Körper gefangen zu sein. Nach einem schlimmen Busunfall steckte sie in einem Korsett. Frida hatte keine Lust zu reden, aber sie malte.

Ihre Bilder sprachen zu mir:

„Ja, es darf weh tun!“
Frida hätte mir erlaubt, zusammenzubrechen. Sie selbst malte ihre Narben, ohne sie zu beschönigen. Der Schmerz war das erste Bild meiner neuen Wirklichkeit.

„Schau auf die Farben.“
Frida Kahlo sah nie nur schwarz. Sie legte ihre Aufmerksamkeit auf die Farben, auf das kleine viereckige Feld vor ihr, das sie allein gestalten konnte.

„Verstecke deine Narben nicht.“
Deine Narben, sichtbare oder unsichtbare, gehören jetzt zu dir. Nimm sie in dein Bild von dir auf. Die Makel sind Pinselstriche deines Lebens.

„Male deine Realität.“
Deine Zukunft ist nicht nur der Schatten deiner Diagnose. Sondern das Bild, was du heute von dir malst.

Die Sache mit Frida ist lange her. Aber ich denke noch oft an sie…

Heute male ich an einem eigenen Bild: von Inklusion.
Mit Worten. Mit Taten.
Und manchmal auch mit Frida.

Das könnte dir auch gefallen

Inklusion ist meine Geschichte: Meine erste Million
01 Mein Leben danach
Am Morgen des 25. April 2003 war ich eigentlich auf dem Weg zur finanziellen Freiheit. Stattdessen fuhr man mich mit Blaulicht direkt in die Stroke Unit. Ich wollte an diesem Tag zur Arbeit gehen und danach nach Hause fahren. Dort wollte ich endlich das Buch von Bodo Schäfer l...
Hier weiterlesen
Inklusion ist meine Geschichte: Die Hälfte von mir
01 Mein Leben danach
Nach meinem Schlaganfall fühlte ich mich wie ein halber Mensch. Nicht metaphorisch, sondern real: Meine linke Körperhälfte war plötzlich weg. Taub. Still. Ich lag im Klinikbett. Ich konnte sehen, denken und hören. Und doch fehlte etwas Entscheidendes: Der alte Olaf....
Hier weiterlesen