Meine neue Freundin Frida
Meine neue Freundin Frida
Nach meinem Schlaganfall mit 29 Jahren war alles weg: Meine Gesundheit – und meine Freundin. Also suchte ich mir eine Neue.
Ihr Name war Frida: Frida Kahlo.
Die Künstlerin wusste, wie es ist, wenn das Leben einen Plan macht – und der Körper einen anderen.
Eines Abends lag ich mit Frida im Bett.
Ich musste ihr nichts erklären. Sie war eine Expertin für das Gefühl, im eigenen Körper gefangen zu sein. Nach einem schlimmen Busunfall steckte sie in einem Korsett. Frida hatte keine Lust zu reden, aber sie malte.
Ihre Bilder sprachen zu mir:
„Ja, es darf weh tun!“
Frida hätte mir erlaubt, zusammenzubrechen. Sie selbst malte ihre Narben, ohne sie zu beschönigen. Der Schmerz war das erste Bild meiner neuen Wirklichkeit.
„Schau auf die Farben.“
Frida Kahlo sah nie nur schwarz. Sie legte ihre Aufmerksamkeit auf die Farben, auf das kleine viereckige Feld vor ihr, das sie allein gestalten konnte.
„Verstecke deine Narben nicht.“
Deine Narben, sichtbare oder unsichtbare, gehören jetzt zu dir. Nimm sie in dein Bild von dir auf. Die Makel sind Pinselstriche deines Lebens.
„Male deine Realität.“
Deine Zukunft ist nicht nur der Schatten deiner Diagnose. Sondern das Bild, was du heute von dir malst.
Die Sache mit Frida ist lange her. Aber ich denke noch oft an sie…
Heute male ich an einem eigenen Bild: von Inklusion.
Mit Worten. Mit Taten.
Und manchmal auch mit Frida.