Frida Kahlo und das unterschätzte Asset
Frida Kahlo und das unterschätzte Asset
Der Kunstmarkt in New York bebte: Die Bieter lieferten sich einen Wettkampf um Frida Kahlos Selbstporträt „El sueño (La cama)“ – ein Bild, auf dem sie im Bett liegend zu sehen ist.
Am Ende fiel der Hammer bei 54,7 Millionen Dollar. Atemberaubend. Noch nie wurde ein Werk einer Künstlerin zu einem höheren Preis versteigert. Zum Vergleich: Das letzte Mal wechselte das Bild 1980 den Besitzer – für 51.000 Dollar. Rund ein Tausendstel des heutigen Preises, eine Wertsteigerung, die schlicht unfassbar ist.
Und es ist ausgerechnet dieses Motiv – Frida Kahlo im Bett – nach ihrem schweren Busunfall. Brüche, Wirbelsäulenverletzungen, ein zertrümmertes Becken: Jahrelang musste sie liegen, operiert werden, Schmerzen aushalten.
Und doch begann sie genau in diesen Jahren, ihre berühmten Selbstporträts zu malen. Dieses Bild, das eine Situation der Schwäche, des Ausgeliefertseins zeigt, ist nun das teuerste Kunstwerk einer Frau weltweit.
Das ist mehr als ein Auktionsergebnis.
Es ist eine Botschaft.
Die Welt beginnt, neu hinzuschauen. Verletzlichkeit wird zunehmend nicht mehr nur als Makel betrachtet, sondern als Quelle von Ausdruck, Kreativität und Wert.
Fridas Werk erinnert uns daran, dass wir wirken können, wo andere Grenzen sehen. Menschen mit Krankheit oder Behinderung sind mehr als ihre Prognosen. Großes entsteht, wenn wir aufhören, Menschen nach ihrer „Funktionsfähigkeit“ zu sortieren.
Und hier kommt der „Börsen-Twist“:
Wir erleben die Wertsteigerung von Schwäche, die zur Stärke wird.
So wie eine unterbewertete Aktie, die plötzlich das Portfolio sprengt.
Frida Kahlo zeigt uns mit ihrem Vermächtnis: Schwäche muss kein Makel sein. Manchmal ist sie ein rekordverdächtig starker Wert im Portfolio menschlicher Leistung.
Gerade jetzt beginnt ein anderes Bieten: Unternehmen ringen um Talente, Kompetenz und Kreativität. Auf der Job-Plattform von myAbility setzen Unternehmen wie Airbus, Siemens, Ikea, Arvato, RWE oder Sephora mit ihren Stellenangeboten wichtige Signale für Menschen mit Behinderung und chronischen Krankheiten.
Vielleicht ist das die wichtigste Lehre aus dem Rekordhammer:
Wer zuerst auf das „unterschätzte Asset“ setzt, bekommt den größten Return.