Wie ein 14-Jähriger mich rettete
Wie ein 14-Jähriger mich rettete
Ich erinnere mich nicht an einen Schlag. Eher an ein langsames Wegkippen der Wirklichkeit. Worte, die mir nicht mehr über die Lippen kommen. Ein Körper, der den Dienst quittiert.
Und doch beginnt meine Geschichte nicht hier.
Sie beginnt lange vorher mit einem 14-jährigen Jungen.
Ein Junge, der plötzlich Bewegungsstörungen entwickelt.
Ein Junge, dessen linke Körperhälfte nicht mehr mitmacht.
Ein Junge, dessen Eltern vor einer beunruhigenden Frage stehen:
Hatte unser Sohn einen Schlaganfall?
Sechs Wochen später läuft der Junge wieder. Die Diagnose bleibt unklar. Normalerweise atmet man auf – und macht weiter wie bisher.
Hier nicht.
Die Mutter des Jungen ist Liz Mohn, die Ehefrau von Bertelsmann-Gründer Reinhard Mohn († 2009). Sie gründet 1993 die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe und sorgt dafür, dass deutschlandweit Stroke Units entstehen. Dass wir heute die Akutversorgung im Griff haben, verdanken wir auch dieser großartigen Initiative.
Zehn Jahre später liege ich auf so einer Stroke Unit.
Dort sind Menschen, die genau wissen, was zu tun ist.
Ich überlebe – schwerbehindert.
Und dann?
Dann kommt meine Rettung: Freunde, Familie, mein Job. Menschen und Strukturen, die mich nicht auf meine Einschränkungen reduzieren.
Überleben ist eine medizinische Leistung.
Zurückkehren eine gesellschaftliche.
Inklusion ist die Fortsetzung der Rettungskette.