Was bin ich wert?
Was bin ich wert?
Als Kind fand ich einen Geldschein in der Gosse. Ich zögerte, ihn an mich zu nehmen. Es regnete.
Ein Auto fuhr vorbei – schwarzes Schlammwasser ergoss sich darüber.
Man hatte mir beigebracht, nichts von der Straße aufzuheben.
Trotzdem knüllte ich den Schein in meine Hosentasche.
Später sollte das Leben mich zusammenfalten, wie diesen Geldschein. So wie er im Dreck lag, so lag auch ich nach meinem Schlaganfall als junger Mann am Boden.
„Was bin ich noch wert?“, dachte ich oft.
„Wer will jetzt noch etwas mit mir zu tun haben?“
So wie ein zerknitterter Geldschein immer noch seinen Wert behält, verschwindet unser Wert nicht durch die Schicksalsschläge des Lebens oder die Kommentare anderer über uns.
Er bleibt.
Er hat Bestand.
Egal, ob eine 5, eine 10, eine 20, eine 50 oder eine 100 draufstehen.
Viele Jahre später, ich war inzwischen fast ein „Fünfziger“, kam meine Frau in mein Leben.
Und bügelte mich wieder glatt.
Manchmal hilft ein Blick der anderen, um den eigenen Wert zu erkennen.