Ein galaktischer Blick auf Teilhabe
Ein galaktischer Blick auf Teilhabe
Ich habe einen Alien gefragt: „Was denkst du über Kosteneinsparungen im Bereich Jugendhilfe und Eingliederungshilfe?“
Ich selbst bin kein Experte für Haushaltspläne, aber ich sehe, wie solche Diskussionen die Falschen treffen. Wenn in öffentlichen Debatten von einer „Kostenexplosion“ die Rede ist, geraten oft genau die Leistungen unter Druck, die für Familien mit behinderten Kindern „überlebenswichtig“ sind.
Ein Blick von außen kann helfen.
Warum nicht mal ein galaktischer?
Dies ist die Antwort des hoch entwickelten Außerirdischen Z.E.T.A.:
Ich habe die Erde analysiert. Und ehrlich gesagt: Ich bin verwirrt. Ich verstehe den Begriff „Eingliederungshilfe“ nicht. Warum müsst ihr Wesen eingliedern, die doch längst Teil eurer Gesellschaft sind?
Bei uns auf ZYX-8 existiert auch kein Wort für „Inklusion“, weil Ausgrenzung bei uns nie erfunden wurde. Auf eurem Planeten scheint Inklusion ein Sonderprojekt zu sein. Hilfe ist immer an Bedingungen geknüpft: Anträge, Bescheide, Nachweise. Bei uns wäre das so, als müsste man Sauerstoff erst beantragen, bevor man atmen darf.
Ihr redet viel darüber, was Teilhabe kostet. Aber ihr stellt kaum die entscheidende Gegenfrage:
Was kostet es euch, wenn ihr sie einspart?
Ich verstehe: Ihr habt Haushaltspläne, Zuständigkeiten, Schulden. Aber ich frage euch:
Wann habt ihr das letzte Mal jemanden gefragt, was der Preis dafür ist, nicht dazuzugehören?
Wer Eingliederungshilfe kürzt, streicht nicht einfach eine Zahl im Haushalt.
Er sorgt dafür…
→ dass eine Mutter am Montagmorgen ihren Job absagen muss,
weil niemand da ist, der ihre Tochter zur Schule begleitet.
→ dass das Geschwisterkind am Nachmittag allein zur Theateraufführung geht, während zu Hause die Welt aus den Fugen gerät.
→ dass die kleine Auszeit für überlastete Eltern schon wieder entfällt.
→ dass das Lächeln eines Teenagers erlischt, der nicht zum Jugendtreff kann, weil heute niemand an seiner Seite ist.
Er sagt nicht nur:
„Wir sparen 10%.“
Er sagt auch:
„Ihr müsst das alleine schaffen.“
„Das gibt es dieses Jahr nicht mehr.“
Nicht alles wird teurer, weil sowieso alles teurer wird oder weil immer mehr Extras finanziert werden. Manches wird teurer, weil endlich mehr Menschen die Unterstützung bekommen, die ihnen zusteht.
→ Weil Eltern nicht aufgeben
→ Weil sie sich informieren
→ Und für ihr Kind kämpfen
Bevor Z.E.T.A. wieder mit seinem Raumschiff auf ZYX-8 landet, funkt er noch aus dem Orbit:
Seid ihr bereit für den nächsten Schritt? Dann lasst kein einziges Kind mehr zurück. Investiert in das, was auf eurem Planeten nie an Wert verliert:
Menschlichkeit.
Sie macht euch einzigartig in dieser Galaxie.