Die Kirsche vom Buffet
Die Kirsche vom Buffet
Eine Kirsche kann manchmal mehr sagen als tausend Worte. Diese Geschichte aus meiner ehemaligen Rehaklinik bei Berlin zeigt, was Inklusion wirklich bedeutet:
Jeden Abend wurde hier ein Buffet aufgebaut. Jeder konnte sich etwas herauspicken. Es gab dort auch viele Rollstuhlfahrer. Die kamen gut an die Speisen in der vorderen Reihe. Befand sich aber etwas weiter hinten auf dem Buffet, mussten sie andere bitten, es ihnen zu reichen.
So kam es zu folgender Situation:
Ein Rollstuhlfahrer fragte einen anderen Patienten: „Könnten Sie mir bitte etwas Obst geben?“ Das Angebot war reichlich: Bananen, Trauben, Äpfel und vieles mehr. Der Angesprochene legte ihm aber nur eine Kirsche auf den Teller – genau eine Kirsche. Dies war übrigens keine Böswilligkeit, sondern hatte andere Ursachen.
Die Kirsche verdeutlicht, wie wichtig Inklusion ist. Wenn wir darüber sprechen, geht es nicht nur um Aufzüge und Rampen, so wichtig diese auch sind. Inklusion bedeutet vor allem: Jeder kann teilnehmen, ohne ständig fragen und bitten zu müssen. Inklusion bedeutet Teilhabe – und ganz bildlich, dass wir das Buffet auch im Arbeitsumfeld bewusst in der ersten Reihe aufbauen.
Wir alle können dazu beitragen, dass Menschen mit Beeinträchtigungen nicht am Rand stehen, sondern mittendrin und auch mal die „Cherrypicker“ sind. Indem wir die Rahmenbedingungen schaffen, dass jeder alles erreichen kann. Sinnbildlich – wie bei dem beschriebenen Buffet. Und indem wir Hürden abbauen. Mit Worten, Taten und guten Bildern:
Kirschen bleiben hängen!