02 Gesellschaft & Haltung

Das Lachen ist unser wichtigster Verbündeter

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Das Lachen ist unser wichtigster Verbündeter

Albert Bassermann brachte einst einen ganzen Theatersaal zum Schluchzen, weil die Leute meinten, der alte Mann weine.

In Wirklichkeit lachte der deutsche Schauspieler bis an die Schmerzgrenze.

Ich erinnere mich an einen ähnlichen Moment als junger Schlaganfallpatient:

Hilflos lag ich nahezu gelähmt auf dem Boden vor meinem Klinikbett. Die Schläuche waren herausgerissen und die Monitore schlugen Alarm. Wegen meines Luftröhrenschnitts war ich nicht in der Lage zu sprechen.

🚨Panik brach aus.

Pflegekräfte stürmten herbei. Bereit, den vermeintlichen Fluchtversuch zu stoppen.

„Olaf wollte abhauen!“ flüsterten die Stimmen im Raum. Der Verwandtenbesuch hatte Tränen in den Augen.

Doch Wahrheit war weitaus weniger tragisch:

Ich war aus dem Bett gefallen. Beim mühsamen Versuch, mein nahezu bewegungsloses und eingeklemmtes Bein endlich aus dem Bettgitter zu ziehen, weil kein anderer dies für mich tat.

So lachte und lachte ich – während die anderen heulten, weil sie dachten, dass ich weine.

Aber, wer hat nicht manchmal Fluchtgedanken?

Gerade jetzt, wo die geopolitische Lage angespannt ist, wirtschaftliche Unsicherheiten uns umtreiben und ein kriegerischer Konflikt in Europa uns verunsichert, wächst der Wunsch nach vermeintlich einfachen Lösungen und individuellen Auswegen.

Ich werde nicht abhauen, so wie ich damals nicht abgehauen bin.

Eine humorvolle Grundhaltung ermöglicht es – auch in einer ernsten Krise – eine gewisse innere Distanz aufzubauen.

Dies bedeutet nicht, die Realität zu ignorieren oder Probleme kleinzureden. Es bedeutet vielmehr, dass wir uns bewusst für Momente der Leichtigkeit entscheiden. Um dann mit neuer Kraft weiterkämpfen zu können.

Was auch immer kommt:

Das Lachen ist vielleicht unser wichtigster Verbündeter.

Wir sollten es nicht unterschätzen.

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