Wie Frank Sinatra mir beim Umzug half
Wie Frank Sinatra mir beim Umzug half
Alle fragten mich: „Willst du wirklich nach Berlin zurück? Ohne Job – und mit Behinderung?“ Ich sagte: „Gerade deshalb.“
Nicht, weil ich einen Plan hatte. Sondern weil ich keinen anderen Ort kannte, an dem man so ehrlich scheitern durfte – und trotzdem irgendwie dazugehörte.
Schwaben und ich als junger Mann – das war nie Liebe.
Eher eine Zweck-WG auf Zeit.
Der Kehrwochenkalender war hier heilig und die Menschen wuschen akribisch ihre Mülltonnen. Meine Kolleginnen und Kollegen planten Hochzeiten, Bausparverträge und Einbauküchen mit Dampfgarer. Ich plante meinen Umzug nach Berlin.
Eines Tages war ich wieder da. Ohne Job. Mit ein paar Kisten. Und mit Mülltonnen im Hinterhof, die dreckiger waren als der Abfall darin.
Mein Leben mit Behinderung stoppte nicht in Schwaben.
Ich blieb in Berlin hängen wie eine Schallplatte mit Sprung.
Bei genau dieser Zeile: „I did it my way“.
Frank Sinatra half mir beim Umzug.
In „My Way“ sang er von einem Leben, das man nicht immer kontrollieren, aber doch gestalten kann. Von Stolz und Trotz. Von Brüchen, die keine Schande sind.
Ich wusste:
Ich muss meinen eigenen Weg finden. Gerade mit Behinderung.
Und ihn gehen. Egal, was andere denken.