Was wir von der Deutschen Bahn lernen können
Was wir von der Deutschen Bahn lernen können
Aufgrund meiner Gehbehinderung verpasse ich fast jeden Bus. Wenn andere lossprinten werde ich langsamer und sehe ich ihn losfahren – ohne mich.
Bei der U-Bahn nehme ich grundsätzlich die nächste. Eine Treppe führt nach unten. Daneben ein Aufzug, der Schriftzug „Außer Betrieb“ blinkt in grellem Rot.
Wenn der ICE in letzter Sekunde doch von Gleis 14 abfährt, sitze ich nicht drin und kaufe mir der Bahnhofshalle einen Kaffee und ein belegtes Brötchen.
Ich bin einfach zu langsam.
Die Welt signalisiert mir:
„Zurückbleiben, bitte!“
Exklusion ist ein kalter Bohnenkaffe auf einem dreckigen Bahnsteig.
Dieses Gefühl des „Nicht-Hinterherkommens“ habe ich auch beim Lesen der täglichen Nachrichten. Gerade jetzt, wo unsere Weltordnung und Werte in atemberaubender Geschwindigkeit von einem neu gewählten US-Präsidenten auf den Kopf gestellt werden. Wo Erfolge öffentlich auf Kosten der Schwächeren gefeiert werden.
Wir können ungläubig dabei zuschauen, wie die Welt sich verändert – oder gemeinsam dafür einstehen, dass niemand abgehängt wird.
Noch ist der Zug nicht abgefahren.
Wie wäre es, wenn alle umdenken?
Die Deutsche Bahn demonstriert uns regelmäßig, wie sich das anfühlt.
Mit einer Durchsage:
„Geänderte Wagenreihung“.
Dann sind die Ersten die Letzten.
Und die Letzten die Ersten.