Ein Tag kann alles verändern
Ein Tag kann alles verändern
Mein Portemonnaie und mein Handy in einem Zip-Beutel.
Diese beiden Sachen übergab man meinen Angehörigen kurz nach meiner Einlieferung in die Charité Berlin. Weiterhin drückte man ihnen einen Kochtopf in die Hand. In ihm klebten noch die Reste einer Bolo-Sauce.
Das eine Mysterium, was die Ärzte und Verwandten beschäftigte, war:
Wie kann es sein, dass ein so junger Mensch ohne Vorerkrankung einen Schlaganfall bekommt?
Das andere, ungleich größere Mysterium aber war: Warum hat er einen Kochtopf mit ins Krankenhaus genommen?
Ich selbst konnte die Antwort nicht geben, denn in den ersten Wochen war ich nicht in der Lage zu sprechen.
Tage später klingelten meine Verwandten an der Tür meiner WG. Meine verschlafenen Mitbewohner öffneten: „Olaf ist nicht da. Wir wissen auch nicht, wo er ist.“
Plötzlich leuchteten ihre Augen:
„Da ist ja unser Kochtopf!“
Der rote Topf aus der WG-Küche, den die Rettungssanitäter sich damals auf die Schnelle geschnappt hatten, weil ich über Übelkeit geklagt hatte, war zum Symbol meines alten Lebens geworden. Während meiner Abwesenheit hatte sich die Welt weitergedreht wie ein Löffel in der Nudelsauce.
Du denkst, du bist jung und hast alle Zeit der Welt?
Falsch!
Ein Tag kann alles verändern.
Daran erinnert auch der „Internationale Tag der Menschen mit Behinderung“. Das Thema Inklusion ist uns oft so fern, kann uns aber jederzeit selbst betreffen.
Es gibt keine Garantie für nichts.