Der Elefant im Raum
Der Elefant im Raum
„20.000 freilaufende Elefanten für Deutschland“, sagte Botswanas Präsident und machte damit Schlagzeilen. „Das ist kein Scherz“.
Wer will schon so viele Elefanten haben?
Deutschland wollte dieses Geschenk nicht annehmen.
Ich dachte mir: „Einen habt ihr ja schon: Mich.“
Als Erstes legte ich mir nach meinem Schlaganfall eine dicke Haut zu.
Denn wenn ich durch die Gänge humple, schauen die Leute. Ich spüre die Blicke sofort. Während andere galant gehen, schlurfe ich. Unrund. Auffällig. Ich schwanke dabei hin- und her.
Der Comedian und Schauspieler Tan Caglar, der im Rollstuhl sitzt, hat mal gesagt:
„Wir haben alle eine Art Face-ID. Wie beim Handy. Alles, was wir oft sehen, wird „normal“ für uns.“
Auch Elefanten im Raum.
Darum ist die Präsenz von Menschen mit Behinderung so entscheidend. Im Alltag. Und in der Arbeitswelt. Sichtbarkeit verändert unsere Realität.
Irgendwann, wenn genug von uns in deutschen Unternehmen und Behörden sichtbar sind wir keine Elefanten mehr. Dann schauen die Leute nicht mehr zweimal hin, wenn ich den Raum betrete. Vielleicht nur noch einmal.
Und dann geht’s weiter. Ganz normal.