Als ich aus dem Rahmen fiel
Als ich aus dem Rahmen fiel
Es passierte ohne Vorwarnung. Von einem Tag auf den anderen passte ich nicht mehr ins Bild: Des jungen Anwalts, des Heiratskandidaten.
Ich fiel aus dem Rahmen – in ein frei gewordenes Bett der Stroke Unit.
Umgeben von weißen Wänden und Menschen, die um mein Leben kämpften.
Damals wusste ich nicht, dass das Wort Inklusion von „inkludere“ kommt – Lateinisch für „einrahmen“. Eine Leserin schrieb mir das einmal in einem Kommentar. Ihr Vergleich des „Umrahmens“ mit einem barocken Bilderrahmen bringt auf wunderschöne Weise zum Ausdruck, dass Inklusion nicht nur das Dazugehören meint, sondern auch das wertschätzende Hervorheben, das Sichtbarmachen und Beschützen.
Barock war nie ein Sparmodus.
Er ist das Feiern des Lebens in all seinen Facetten, Kontrasten und Schönheiten.
Barock ist verschwenderisch.
Inklusion darf ebenso opulent sein:
– reich an Perspektiven
– an Geschichten
– an Gegensätzen
Alle gehören ins Bild.
Aber es hängt schief.
Es ist an der Zeit, nicht nur den Rahmen gerade zu rücken.
Sondern das ganze Bild neu zu denken.